Noch dauert es vier Monate bis zur Abstimmung, aber schon wagt sich die Schweizerische Energiestiftung (SES) aus der Deckung. Und es zeigt sich: Sie haben keine Argumente. Sie tischen lauter alte Unwahrheiten auf. Zum Beispiel:

Neue Atomkraftwerke erhöhen das Risiko für Atomkatastrophen. Wahr ist das Gegenteil! Leichtwasserreaktoren der Generation 3+ sind so gebaut, dass die Auswirkungen des grössten denkbaren Unfalls auf die Anlage beschränkt bleibt. Mit anderen Worten: Von einem «GAU» würde man von ausser nichts merken. Neue Kernkraftwerke sind nochmals hundertmal sicherer als die bestehenden.
Neue Atomkraftwerke seien extrem teuer. Ein einziger Reaktor könnte bis zu 43 Milliarden kosten. Die Zahl stammt aus dem von den britischen Behörden kaputt administrierten Projekt Hinkley Point C. Seine Kosten schätzt man auf 43 Milliarden. Allerdings werden dort zwei Reaktoren gebaut. Aber ja, Kernkraftwerke sind teuer, wie viele andere Grossprojekte auch – Flughäfen, Bahnhöfe, Alpentunnel. Aber wenn ein KKW einmal gebaut ist, wird es zu einer Gelddruckmaschine. Ein grosses KKW wie Leibstadt produziert Jahr für Jahr Strom im Wert von gegen einer Milliarde Franken und die Betriebskosten sind die Hälfte davon. Übrigens müsste man auch fragen was es kostet, kein Kernkraftwerk zu bauen. Man kann sich in Deutschland erkundigen.
Kernkraftwerke seien unnötig. Sonne, Wind und Wasserkraft könnten unseren Strombedarf leicht decken. In der Jahresbilanz mag das dereinst stimmen, aber an einem kalten Winterabend hat man nichts davon, dass die Sonne an einem sonnigen Sommer-Nachmittag Strom im Überfluss produziert hat. Ohne Kernkraftwerke sind die Stauseen um die Weihnachtszeit leer.
Neue AKW machen uns abhängig von Russland. Eine glatte Lüge! Den Brennstoff für die bestehenden AKW hat man bis zum Ukrainekrieg in Russland anreichern lassen, weil es dort am billigsten war. Schon jetzt kommt kein Brennstoff mehr aus Russland, was die Betreiber bestätigen. In Europa und Amerika werden die Anreicherungs-Kapazitäten hochgefahren und das Uran für ein neues Kernkraftwerk käme bestimmt nicht aus Russland.