Wer ist das «Energy Science Center» der ETH?

Das Energy Science Center (ESC) der ETH in Zürich fällt durch zahlreiche Publikationen und Aktivitäten auf. Doch um was handelt es sich dabei eigentlich?

Beim  ESC handelt es sich um eine eigenartige Konstruktion: Es ist weder ein Institut noch ein Departement. Die Mitglieder sind Professoren mit Lehrstühlen in einem Fach, das mit Energie zu tun hat. Gegründet hat es eine Gruppe von Professoren unter der Führung von Konstantinos Boulouchos im Jahr 2005.

Von Anfang an hatten die Publikationen aus dem ESC einen klaren Drall: Die Mitglieder äusserten sich gegen Kernkraftwerke. Es waren die Mitglieder dieses Gremiums, die Doris Leuthardt 2011 ermuntert haben, auf erneuerbare Energie zu setzen und die nukleare Energie fallen zu lassen. Sie waren letzten Endes verantwortlich für den verhängnisvollen Glauben in die «Energiewende». Dank den Mitgliedern des ESC konnte Doris Leuthardt sagen: «Die ETH meint: Es geht».

Jetzt, da das Neubauverbot für Kernkraftwerke zu kippen droht, haben die Mitglieder des ESC noch einen draufgesetzt: In einer kürzlich veröffentlichten Studie «Nuclear Power and the Future Swiss Energy System» glauben sie nachweisen zu können, dass es die Kernenergie für die Stromversorgung der Schweiz nicht braucht.

Dabei nutzen sie vier schwer zu durchschauende Modelle und teilweise abenteuerliche Annahmen. So soll die Sonnenenergie jährlich bis zu 50 TWh beitragen. Das ist mit dem bestehenden Stromnetz unmöglich. Es würde bedeuten, dass die Hälfte der Dächer in der Schweiz mit Solarpanels vollgepflastert wären. Ausserdem rechnen sie bei Kernkraftwerken mit jährlichen Kapitalkosten von bis zu unrealistischen 8% (Bankzinsen) und mit reinen Baukosten von bis 12’000 CHF pro installiertes Kilowatt. Das wären 12 Milliarden Franken für einen 1’000 MW-Reaktor.

Professor Andres Pautz vom Paul-Scherrer-Institut, ein Mitautor der Studie, rechnet in einem Interview in der NZZ vom 10. August 2026 mit dieser Studie ab. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund. So sieht er im Gegensatz zur Studie einen Langzeitbetrieb der bestehenden Kernkraftwerke vor und rückt die Kosten auf eine realistische Grösse zurecht. Anders als die Studie, die mit ganzjährigen Jahresbilanzen bei der Stromproduktion rechnet und damit der Solarkraft eine viel zu hohe Bedeutung zumisst, weist er auf die Stromlücke im Winter hin.

Schliesslich erinnert er daran, dass heute gebaute Kernkraftwerke passive Sicherheits-Elemente haben, die einen schweren Unfall praktisch verunmöglichen. So gesehen sollten wir daran interessiert sein, die alten Kraftwerke möglichst schnell durch neue zu ersetzen. Und, sagt Pautz im Interview: «Je früher neue Kernkraftwerke in der Schweiz in Betrieb gehen, desto besser bekommen wir einen ausgewogenen Strom-Mix hin, halten die Systemkosten tief und die Sicherheit hoch.» So sprechen neutrale, unvoreingenommene Fachleute. Auf sie sollten die Politiker hören – und vor allem die Stimmbürger!

jkljk

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