Atomkraft, Klima und Russland – brauchen wir doch Kernenergie?
In einem sehenswerten Film gibt der NZZ-Journalist Jörg Walch einen guten Überblick wer heute überhaupt noch Kernkraftwerke bauen kann und welchen Preis man dafür zahlen wird.
Die Abteilungsleiterin Atomkraft der amerikanischen Energiebehörde hält im Film fest, dass es vielleicht das eine oder andere Land schaffen werde, seinen Energiemix zu dekarbonisieren ohne die Kernkraft auszubauen. Aber als Planet brauchen wir Atomkraft und müssen diese erheblich ausbauen. Jörn Schmücker von Siemens Energy sagt, dass man noch Jahre von einer wettbewerbsfähigen Lösung der Stromspeicherung entfernt sei - obwohl er sie gerne verkaufen würde.
Vertieft wird der Frage der Abhängigkeit von Russland nachgegangen. Es werden Firmen gezeigt, die der russischen Vormachtstellung im Bereich der Kernbrennelement-Fabrikation entgegentreten. Westinghouse produziert neu auch Brennstäbe für Kernkraftwerke russischer Bauart, wie sie in Tschechien, der Ukraine oder Ungarn im Betrieb sind.
Weiter werden neue Reaktortypen vorgestellt und dazu verschiedene Interviews gezeigt. Einerseits geht es um die kleinen modularen Reaktoren (SMR), die industriell vorfabriziert werden und somit rasch gebaut werden können. Für den Bau eines Hitachi BWRX 300, der in Kanada im Bau ist, wird mit 24 bis 36 Monaten gerechnet.
Auch Projekte von Kernkraftwerken der 4. Generation werden beschrieben. Deren Sicherheit soll nochmals erhöht werden und sie können auch abgebrannte Brennelemente zur Stromerzeugung nutzen.
Alles in allem ein sehenswerter, informativer Film über die neusten Entwicklungen der Kernkraft inkl. den geopolitischen Unwägbarkeiten.
Hier können Sie den ganzen NZZ-Format-Film auf SRF schauen.
