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VSE-Studie: „Energiezukunft 2050“ auf dem Prüfstand

Die neue VSE-Studie untersucht, wie die Schweiz ihre Energieversorgung bis 2050 sicherstellen und gleichzeitig die Klimaziele "Netto Null" erreichen könnte. Dies ist eine verbesserte Auflage der VSE-Studie von 2022. Endlich wird nicht nur die Stromproduktion, sondern auch das dafür nötige Stromnetz einbezogen. Sie basiert auf den Annahmen des "Stromgesetzes für eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien" mit der Verwirklichung der im Gesetz explizit enthaltenen 16 Wasserkraftprojekten. Ist das machbar? Funktioniert eine rein erneuerbare Stromversorgung überhaupt? Der eingeschlagene Weg ist ein riskantes Experiment.

Als Voraussetzung geht die Studie vom Abschluss eines Stromabkommens aus, weil so die Schweiz über mehr Kapazitäten für Importe und Exporte verfügen würde. Ob das zutreffen und helfen wird, kann füglich bezweifelt werden.

Steigender Strombedarf – ohne zuverlässige Lösung im Winter

Die Stromversorgung im Winter muss im Zentrum des Stromsystems stehen. Jahreszahlen im Zusammenhang mit Stromproduktion und -Verbrauch müssten verboten werden, denn Verbrauch und Produktion müssen jederzeit übereinstimmen.

Laut der Studie steigt der Stromverbrauch in der Schweiz bis 2050 stark an – von heute 60 TWh auf 80-90 TWh. Das liegt vor allem an der Dekarbonisierung von Verkehr und Heizungen und dem Ersatz durch Strom.

Die Studie schlägt vor, die Winter-Lücke so zu schliessen:

Photovoltaik wird zwar stark ausgebaut, aber im Winter sind die Nächte lang und die Tage oft nebelverhangen. Zudem produzieren schneebedeckte Solarzellen Null Strom. Im Sommer dagegen kann das Stromnetz den Solarstrom um die Mittagszeit kaum aufnehmen und die Anlagen müssen abgeregelt werden. Deshalb muss auch das Stromnetz aus- und umgebaut werden.

Windkraft wird für den Winter als absolut nötige Ergänzung betrachtet – doch es gibt auch Flauten – was dann? Zudem gibt es heute erst 47 Windanlagen in der Schweiz und die geplanten hunderte Windturbinen mit dem einem grossen Einsatz an Beton, Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium, seltene Erden und Keramik wachsen nicht so schnell aus dem Boden.

Wasserstoff soll als Speicher einspringen – doch Wasserstoff muss mit Strom erst hergestellt werden und die Rückumwandlung ist mit grossen Verlusten verbunden.

Gaskraftwerke als Notlösung – sie setzen CO₂ frei und verunmöglichen das Klimaziel und ohne Gasspeicher in der Schweiz werden wir von Gasimporten abhängig.

Natürlich können Gaskraftwerke die Kernkraftwerke ersetzen – doch wollen wir das?

Ist das gut fürs Klima? Diese Diskussion wurde bisher immer verhindert. Nun muss sie endlich geführt werden.

Erstaunlich, dass der VSE sich nicht daran orientiert, was weltweit geschieht: 30 Länder werden ihre Kernkraft ausbauen. Bestes Beispiel ist Schweden, das mal den Ausstieg beschlossen hatte, diesen dann wieder rückgängig machte, trotzdem 2 KKW ausser Betrieb nahm und jetzt wieder neue Kernkraftwerke bauen will.

Mit dem indirekten Gegenvorschlag des Bunderats soll nun auch in der Schweiz das Verbot für neue KKW aus dem Gesetz gestrichen werden. Sogar der VSE ist für Technologieoffenheit.

Die wahren Kosten der Energiewende

Die Studie erläutert, dass das neue Energiesystem günstiger sein könnte als heute. Doch dabei werden viele Zusatzkosten verschwiegen. Der Netzausbau wird Milliarden kosten, denn es braucht als Backup für Dunkelflauten quasi eine zweite redundante Stromversorgung, da die Speicher zur Verschiebung der Überschüsse vom Sommer in den Winter fehlen.

Ohne Kernkraft ist die Stromversorgung der Schweiz nicht gesichert! Wir bleiben abhängig von Stromimporten, die niemand garantiert.

Fazit: Die Schweiz braucht eine sichere Stromversorgung – ohne fossile Abhängigkeit!

Die VSE-Studie zeigt auch: Die Energiewende ist ein gewagtes Experiment.

Die entscheidende Frage bleibt: Warum sollen Gaskraftwerke gebaut werden, wenn Kernkraftwerke für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft eine bessere Alternative wären?

Es wird Zeit für die Diskussion wie eine klimaneutrale Energiepolitik aussehen muss – eine, die Stromversorgungssicherheit garantiert und die Schweiz unabhängig von fossilen Brennstoffen macht. Neue Kernkraftwerke müssen Teil der Lösung sein!

Quelle: VSE