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Anti-Atom schadet dem Klima

Die Anti-AKW-Ideologie wird gerade als das enttarnt, was sie schon immer war: eine Idee, die dem Klima und der Wirtschaft schadet.

Da ist man endlich wieder einmal in der Regierung und schon fangen die Probleme an. Für die deutschen Grünen war es zweifelsohne ein aufwühlender Jahreswechsel. Da war zunächst die Freude darüber, dass in Deutschland auf Ende Jahr hin drei Kernkraftwerke vom Netz nimmt. Für viele Grüne ging damit ein Traum in Erfüllung. Jahrzehntelang kämpfte man gegen die die Atommeiler, anfangs in einer Minderheitsposition, später mit kräftiger Unterstützung weiter Teile der politischen Mitte. Der Atomausstieg, welcher die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel im Zuge der Fukushima-Ereignisse beschloss, war der erste Höhepunkt und gleichzeitig der Auftakt einer regelrechten Erfolgsserie: Die Wind- und Solar-Ideologie, die allenthalben um sich griff, bescherte der deutschen Erneuerbaren-Industrie ein goldenes Jahrzehnt. Schliesslich hatte man die passenden Produkte zur grünen Hoffnung.

Doch nun bekam dieser Siegeslauf kurz vor Jahreswechsel, am 31. Dezember, um 22 Uhr, um genau zu sein, einen argen Dämpfer. Denn dann traf vermutlich auch in der Parteizentrale der Grünen in Berlin eine Mail aus Brüssel ein. Darin kündigte die EU-Kommission an, dass Strom aus Kernkraft und Gaskraftwerken in der EU künftig als «grün» und «nachhaltig» gelten sollen. Eine bittere Mitteilung für die grünen Milieus, schliesslich hätte das deutsche Nein zur Atomkraft dereinst auch in ganz Europa Realität werden sollen. So zumindest die Hoffnung vieler Grünen. Daraus wird nun nichts. Denn eine Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten wollte es anders und folgten Frankreich, das unlängst ankündigte, neue KKW bauen zu wollen.

Damit ist die grüne Parallellwelt ein Stück weit implodiert. «Auf die Frage, ob es angesichts des Klimawandels nicht sinnvoll sein könnte, die AKW zumindest ein paar Jahre länger laufen zu lassen, gehen die Grünen gar nicht erst ein», analysiert die NZZ am Sonntag deren Haltung. Der Atomausstieg sei beschlossen – «basta»! Stattessen setzt Deutschland auf Erdgas, das auf Druck der alten Bundesregierung von der EU-Kommission für eine Übergangszeit ebenfalls als grün gilt. «Energiewende in Deutschland bedeutet realistisch betrachtet also russisches Gas von Präsident Wladimir Putins Gnaden und – wenn gerade zu wenig Wind weht und die Sonnte nicht scheint – Stromimporte aus Frankreich», fasst die NZZ am Sonntag die Situation zusammen. Angesichts steigender Gaspreise ist dies eine dürftige Strategie.

Es erstaunt also nicht, dass neuste Umfragen des Magazins «Spiegel» zeigen, dass auch in Deutschland eine relative Mehrheit es eigentlich für richtig hält, Atomkraft als klimafreundlich einzustufen. Blöd ist nur, dass Ende 2022 die letzten drei KKW in Deutschland vom Netz gehen werden. Zum Schaden des Klimas, der Haushalte und der Industrie und mittelfristig hoffentlich endlich auch der grünen Energiepolitik.

Der deutsche Atomausstieg belastet das Klima massiv, denn nun müssen Kohle- und Gaskraftwerke in die Bresche springen.