Westinghouse in Europa

Wie man «World Nuclear News» kürzlich entnehmen konnte, hat Westinghouse in Spanien einen kompletten Kontrollraum-Simulator für ihren AP-1000 Reaktor in Betrieb genommen. Die Amerikaner sind nicht aus Liebe zu Europa gekommen. Sie haben einen Plan. In den kommenden Jahren wollen sie in Europa 14 Stück AP-1000 verkaufen und bauen.

Warum nimmt man ein Ausbildungszentrun in Betrieb, wenn noch weit und breit kein AP-1000 in Sicht ist? Lucca Oriani, der Leiter der Nuklear-Sparte bei Westinghouse sagt es so: «spätestens fünf Jahre bevor der Betrieb aufgenommen wird, muss die Ausbildung beginnen. Es müssen ständig genug voll ausgebildete Personen verfügbar sein, um den geordneten Betrieb sicher zu stellen. Das sind eine Menge Leute! Sie alle auszubilden braucht Zeit.»

In diesem Simulator können die zukünftigen Operateure alle Aspekte ihres zukünftigen Berufs erlernen, weil er exakt dem Original entspricht. Alle Betriebszustände können simuliert werden: Anfahren zum Normalbetrieb, Lastfolgebetrieb, Stilllegen und wieder Anfahren, aber auch alle möglichen Zwischenfälle wie Ausfall von Komponenten und Notlagen können geübt werden.

Wo in Europa Westinghouse 14 Stück AP-1000 bauen will, ist nicht bekannt. Was man weiss, ist, dass mit Polen Verträge für drei Stück abgeschlossen sind. Der Bau soll nächstes Jahr in Pommern an der Ostseeküste beginnen. Konkrete Pläne für neun Einheiten liegen in der Ukraine (!) vor. Man rechnet offenbar damit, Saporischschja ersetzen zu müssen. Die allfälligen Gespräche über die weiteren drei finden noch hinter verschlossenen Türen statt.

Warum der Westinghouse AP-1000? Er ist in der westlichen Welt unter den grossen Generation 3+ Reaktoren der Spitzenreiter. Verglichen mit den zwei anderen, dem französischen EPR mit 1600 MW Leistung und dem koreanischen APR-1400 braucht er weniger Platz, ist einfacher gebaut und hat mehr passive Sicherheitssysteme. Zwar litt der Bau der zwei Einheiten im US-Staat Georgia auch unter Zeit- und Kostenüberschreitungen, aber in China sind 4 Reaktoren problemlos gebaut worden und 12 weitere sind in Planung oder im Bau. Die Erfahrungen sind gut und die Lieferketten sind vorhanden.

Am 11. März dürfte der Ständerat den Gegenvorschlag des Bundesrats zu unserer Initiative gutheissen. Man kann hoffen, dass der Weg zu Ersatzkraftwerken für die bestehenden bald frei wird. So gesehen sollten wir Westinghouse empfehlen, die Planung von 14 auf 17 zu erhöhen. Mit der Ausbildung des Personals kann man ja schon beginnen.

Bild oben: Westinghouse-Kernkraftwerk Sanmen in der chinesischen Provinz Zhejiang. 


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