Der Bund beurteilt den Stand der Energiewende. Sein Befund: Es geht zu langsam. Wir vom Energie Club Schweiz finden: Zum Glück! Und wir sagen warum.
Neue erneuerbare Energiequellen sollen die Kernkraftwerke ersetzen. Das war die Idee der Energiestrategie 2050 nach Fukushima 2011, so festgelegt im Energiegesetz von 2017.
Im Detail war geplant, dass der Stromverbrauch bis 2035 um 13% sinkt und Windturbinen und Solaranlagen gebaut würden. Dazu gab es immer wieder wechselnde Vorgaben. Zurzeit gilt: Im Jahr 2035 sollen Solarzellen 35 Terawattstunden im Jahr produzieren.
Der am 15. Dezember publizierte Monitoring-Bericht 2025 des BFE zeigt: es geht nicht schnell genug. Um das Ziel von 2035 zu erreichen, müsste der jährliche Zubau verdoppelt werden.
Was heisst das, 35 TWh pro Jahr aus Sonne?
Es bedeutet 140 Quadratkilometer Photozellen zu Kosten von 70 Milliarden Franken. Es heisst auch, dass diese 140 km2 Solaranlagen zu Spitzenzeiten weit über 20 Gigawatt leisten würden. Dabei hat unser Stromnetz noch nie mehr als 15 GW aufgenommen. Je nach Lage und Nebel bringen sie dafür im Winter zeitweise gar nichts. Wie Radio DRS meldete betrug die Sonnenscheindauer in der ersten Hälfte Dezember in Schaffhausen ganze 7 Minuten!
Eben haben die Grünen Ihre Initiative für eine Solarpflicht auf allen Dächern eingereicht. Solaranlagen auf Dächern verschlimmern das Sommer-Problem aber tragen nichts zur Lösung des Winterproblems bei.
Ein oft übersehenes Problem entsteht im Sommer, weil der Stromüberfluss dazu zwingt, die übrigen Stromquellen, Wasserkraft und Kernkraftwerke möglichst herunterzufahren. Dann fehlt die Momentanreserve in den rotierenden Massen. Die Folge davon erlebte man am 28. April in Spanien. Ein Blackout auf der ganzen Iberischen Halbinsel, wegen zu viel Solarstrom, den das Stromnetz nicht verkraften konnte. Die Frequenz des Wechselstroms konnte nicht mehr stabilisiert werden.
Wie dieser Vorfall gezeigt hat, gibt es Blackouts nicht nur bei Strommangellagen im Winter, sondern auch bei zu viel Strom im Sommer, denn Verbrauch und Produktion müssen immer gleichzeitig übereinstimmen, eine Besonderheit der Stromversorgung, die oft vergessen geht. Solaranlagen auf Dächern sollten gar nicht mehr gebaut werden. Solarpanels sollten um mindestens 60 Grad geneigt sein. Die direktere Sonneneinstrahlung im Winter würde die kürzeren Tage und Nebellagen teilweise kompensieren und dafür wäre die Leistung im Sommer kleiner.
