Medienmitteilung zur Axpo-Studie über die Schweizer Stromversorgung

Wollerau SZ, 24. März 2026

Der Energie Club Schweiz (ECS) begrüsst die aktuelle Untersuchung der Axpo zur zukünftigen Stromversorgung der Schweiz. Die Studie bestätigt: Die Versorgungssicherheit ist heute stärker gefährdet als je zuvor. Insbesondere im Winter ist die Schweiz in hohem Masse von Stromimporten abhängig – diese decken rund 40 % des Bedarfs, trotz weiterhin betriebener Kernkraftwerke.

Die Analyse zeigt zudem deutlich die Grenzen der Solarenergie im Winterhalbjahr auf: In den Monaten November bis Februar produzieren Solaranlagen lediglich etwa 8 % ihrer Jahresleistung. Selbst ein massiver Ausbau vermag diese saisonale Lücke nicht zu schliessen.

Deshalb präsentiert die Axpo zwei mögliche Versorgungsszenarien:
Szenario 1: Ersatz der Kernenergie durch Gaskraftwerke
Szenario 2: Bau neuer Kernkraftwerke

Bereits im Vorfeld der Abstimmung zur Energiestrategie 2017 wurde eine offene Diskussion über diese Alternativen aus Sicht des ECS unzureichend geführt. Eine Studie des Bundesamt für Umwelt, die den Bedarf an Gaskraftwerken beim Ausstieg aus der Kernenergie aufzeigte, wurde während dem Abstimmungskampf vom Netz entfernt. Jahre später bestätigt die Studie der Axpo die bereits bekannten Erkenntnisse.

Für den ECS ist jedoch klar: Gas ist keine nachhaltige Lösung. Neben der Notwendigkeit eines inländischen Gasspeichers – eine Forderung, die der ECS bereits im Rahmen der Vernehmlassung zum Gasversorgungsgesetz eingebracht hat – bestehen erhebliche Risiken durch volatile Gaspreise und geopolitische Abhängigkeiten. Zudem widerspricht ein Ausbau der Gasinfrastruktur dem vom Bundesrat und Stimmvolk beschlossenen Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2050.

Mit der sogenannten Blackout-Initiative hat der ECS frühzeitig auf diese Problematik hingewiesen. Der Bundesrat hat darauf reagiert und einen indirekten Gegenvorschlag vorgelegt. Er anerkennt, dass sich die energie-, klima- und geopolitischen Rahmenbedingungen grundlegend verändert haben, und erachtet es als gerechtfertigt, den Neubau von Kernkraftwerken wieder zu ermöglichen.

Dies stellt einen wichtigen Schritt hin zu einer sicheren und klimafreundlichen Stromversorgung dar. Der Ständerat hat diese Haltung am 11. März mit 26 zu 12 Stimmen unterstützt. Nun liegt es am Nationalrat, das Anliegen weiter zu prüfen. Eine Volksabstimmung im Jahr 2027 erscheint wahrscheinlich.

Für den ECS steht klar das zweite Szenario der Axpo im Vordergrund. Die Studie kommt zum Schluss: Der Neubau eines Kernkraftwerks bis 2050 ist grundsätzlich möglich, setzt jedoch frühzeitige politische Entscheidungen voraus – insbesondere hinsichtlich angepasster Bewilligungsverfahren und geeigneter Förderinstrumente.

Weiter hält die Axpo fest, dass der Bau eines modernen Kernkraftwerks der Generation III+ in der Schweiz technisch realisierbar ist. Ein solcher Neubau würde zudem eine hohe inländische Wertschöpfung generieren und langfristig qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.
Aus Sicht der Versorgungssicherheit ist es darüber hinaus notwendig, die bestehenden Kernkraftwerke bis zur Inbetriebnahme neuer Anlagen weiter zu betreiben.

Kontakt:

Vanessa Meury, Präsidentin

+41 76 589 68 92

E-Mail: info@energieclub.ch

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