Gas und Wind? – oder doch Nuklear?

Vor einem Monat war im Newsletter vom März 2026 des Energie Club Schweiz von einer grossen Analyse und vielen Berichten zu lesen, welche die axpo publiziert hatte. Zur Erinnerung: Nach sorgfältiger Untersuchung der Kosten und der Auswirkungen verschiedener Stromproduktionsarten resultierten zwei Szenarien zur künftigen Stromversorgung der Schweiz: Ein mutiges und ein politisch eher korrektes Szenario.

Gemeinsam ist den beiden, dass die Förderung von Photovoltaik (PV) auf Dächern eingestellt werden soll, aber die Windkraft eine grössere Rolle spielen müsste. Das eine Szenario sieht eine bedeutende Rolle der Gaskraft, die einen Teil der Grundversorgung im Winter übernehmen müsste. Das andere Szenario rechnet stattdessen mit zwei grossen Kernkraftwerken.

Grosse Gaskraftwerke waren von Anfang an Teil der Energiestrategie 2050. Alt Bundesrätin Doris Leuthard sprach zunächst von drei, dann von vier oder fünf. Der politische Prozess vom ersten Plan 2011 zur Energiestrategie 2050 bis zur Volksabstimmung dauerte 6 Jahre. In dieser Zeit änderte sich einiges. So gab es seit 2015 das Klimaabkommen von Paris. Die Diskussion über den Klimawandel entwickelte sich zum Mainstream, und da passte Gas schlecht ins Bild. So hat Leuthards Departement die Idee von Gaskraftwerken still und leise verschwinden lassen. Ersetzt hat man diese Technologie mit mehr PV und Wind.

Jetzt tauchen sie also wieder auf, die Gaskraftwerke. Die axpo spricht allerdings von «marktaktiven» Kraftwerken. Das heisst, man lässt sie nur laufen, wenn man sie unbedingt braucht. Und wenn sie laufen, dann wohl mit Öl statt Gas – wir haben ja keine Gasspeicher, und allfällige Reserven dienen zum Kochen und Heizen. «Netto Null» bis 2050, vom Stimmvolk eigentlich so beschlossen, kann man dann so vergessen.

Erstaunen löst das grosse Gewicht der Windkraft in der Studie der axpo aus. Sie ist in der Schweiz ausgesprochen unpopulär und nachweislich ineffizient. Während die Kapazitätsfaktoren an den Küsten bis gegen 50% erreichen, liegen sie in der Schweiz durchschnittlich bei 17%. Der Bau von Windkraftanlagen ist aber bei uns nicht billiger – wohl im Gegenteil. Zwei grosse Kernkraftwerke produzieren jedes Jahr 20 Terawattstunden Energie. Um diese Menge mit Windturbinen zu produzieren, bräuchte es 2‘800 grosse, 250 Meter hohe Windanlagen!

Je besser man die Analysen der axpo studiert, desto mehr verdichtet sich der Eindruck, dass da ein Umdenken im Gange ist. Natürlich kann die Axpo nicht sagen: «Wir werden ein Kernkraftwerk bauen». Es ist ja (noch) verboten. Auf den nächsten Strategiebericht der axpo darf man gespannt sein – dann wenn das Schweizervolk Bundesrat Röstis Gegenvorschlag zur Initiative des Energie Club Schweiz angenommen haben wird.

jkljk

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