Vor mehr als einem Jahr hat die Stuttgarter Zeitung gewarnt: Wechselrichter von Solarpanels können manipuliert werden! Jetzt haben unsere Cybersicherheits-Behörden dies bestätigt: Wechselrichter sind mit dem Internet verbunden. Und damit kann man von extern Zugriff nehmen.
Haben Sie gewusst, was ein Wechselrichter ist? Falls Nein, hier eine kurze Erklärung: Photovoltaik-Zellen erzeugen Gleichstrom. Sie haben zwei Pole, einen positiven und einen negativen. Die Elektronen fliessen vom negativen zum positiven Pol. Ganz anders das Stromnetz: da wechseln die Pole in jeder Sekunde 100 mal. Im Stromnetz, mit dem Sie Ihren Kochherd oder den Fernseher betreiben, fliesst Wechselstrom mit einer Frequenz von 50 Hertz.
Damit die Leistung der Solarpanels ins Netz eingespeist werden kann, muss man den Gleichstrom in Wechselstrom mit genau dieser Frequenz umwandeln. Dazu benötigt man ein Gerät, das «Wechselrichter» genannt wird. Ein Wechselrichter bringt Gleichstrom zu Wechselstrom. In jedem Haushalt hat es viele Wechselrichter: Zum Laden von jedem Handy steckt man ein Ladegerät mit einem integrierten Wechselrichter in die Steckdose.
Was bis zu einem kürzlich erschienenen Artikel in der Stuttgarter Zeitung nicht allgemein bekannt war: Die meisten Wechselrichter, die hierzulande bei Solarpanels verbaut sind, um sie am Stromnetz anzuschliessen, sind mit dem Internet verbunden. Das im Kanton Zug angesiedelte Testinstitut für Cybersicherheit (NTC) hat das nun bestätigt und die SRF-Rundschau hat am 15. September hat darüber berichtet. Die Hersteller können jederzeit auf die Wechselrichter zugreifen. Warum? Damit sie Software-Updates laden können. Könnten die Hersteller die Wechselrichter auch ausschalten? Natürlich. Aber wer will das schon?
Es ist wie bei vielen Elektro-Autos (und unterdessen den meisten Neuwagen). Wer einen Tesla fährt, liefert seit vielen Jahren ständig Daten an Elon Musk und empfängt von seiner Firma Updates. Wo also ist das Problem? Natürlich könnte Musk alle Teslas stilllegen. Aber was hätte er davon?
Über 80% der Wechselrichter stammen aus China, zum Beispiel von Huawei. Und das ist das Problem. In China herrscht die Politik über die Industrie. Huawei hat kein Interesse, unsere Solarparks stillzulegen. Aber vielleicht die Politik?
Wir wollen nicht schwarzmalen. Es liegt uns auch fern, die Solarenergie als gefährlich hinzustellen. Aber es ist gut, über die Situation im Klaren sein. Wenn Sie einen Wechselrichter ersetzen müssen, dann beschaffen Sie sich lieber einen aus Deutschland. Das gilt für neue Anlagen sowieso. Er dürfte etwas teurer sein. Dafür aber zuverlässiger.